„Ich habe mich nie gefragt, was Freiheit bedeutet, nicht bis zu dem Tag, als ich Stalin umarmte.“ So beginnt dieses Buch. Mit diesem ersten Satz hat mich Lea Ypi eingefangen und in ihre Geschichte hineingezogen. Eigentlich sollte es ja ein philosophisches Sachbuch werden… Zu meinem und vielleicht Ihrem Glück ist es ein biografischer Roman geworden, mit einer guten Portion Zeitgeschichte.
Freiheit ist ein Thema, das sich durch das gesamte Buch hindurch zieht: Freiheit wovon. Freiheit wozu. Freiheit für wen. Von einer kindlichen Erzähl- und Sichtweise wächst der Roman, auch sprachlich, bis zur jungen Erwachsenen. Ich erfahre viel über die achtziger und neunziger Jahre in Albanien, ein Stück Europa, das schon lange nicht mehr in den deutschen Nachrichtensendungen auftaucht. Ypi erzählt ohne Wehmut und so lebendig, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen mag. Nehmen Sie sich die Freiheit und lesen dieses Buch.

geboren im Zeichen des Bücherwurms,
ist seit 1994 Buchhändlerin und liebt Gummibärchen.

