Vor kurzem begegnete mir die Pfaueninsel bei Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Es ist eine kleine Insel in der Havel bei Berlin mit einer wechselvollen Geschichte.
Nun lese ich wieder von ihr in dem neuen Buch von Florian Illies.
In seinem Roman entführt er uns in die Barockzeit und zu dem Großen Kurfürsten in Potsdam. Er, aber vor allem seine Frau Dorothea haben Freude an schönen und ausgefallenen Dingen. Was wäre besser als ein Hofalchimist, der Gold herstellen kann? Johannes Kunckel kann das nicht, ist aber neugierig und experimentierfreudig. Der Große Kurfürst findet in ihm einen Vertrauten und Gesprächspartner. Er schenkt ihm die 1685 die Pfaueninsel, damit er dort ungestört experimentieren kann und in der Glaswerkstatt für den Hof und den Export arbeiten lässt. Die Golddukaten des Fürsten zerreibt Kunckel, gibt sie der Glasschmelze bei und erschafft so ein tiefleuchtendes Rubinglas. Doch das Glück des Johannes Kunckel ist nicht von Dauer, die Neider bei Hofe sind noch das geringste Übel. Der Sohn des Kurfürsten und sein Berater sind Kunckel nicht wohlgesonnen und so geht nach nur vier Jahren die Glaswerkstatt auf der Pfaueninsel in Flammen auf. Kunckel muß mal wieder von vorne anfangen. Doch das ist eine andere Geschichte.
Florian Illies malt mit seiner Sprache Bilder, lässt mich als Leserin eintauchen in die damalige Zeit. Wunderbar farbenprächtige Unterhaltung für einen Abend (oder ein Wochenende).

geboren im Zeichen des Bücherwurms,
ist seit 1994 Buchhändlerin und liebt Gummibärchen.

