Dritte Woche Lesechallenge Fr. Götzer

Mein drittes Leben   Daniela Krien

Die 17-jährige Sonja, einzige Tochter von Linda und Richard wird Opfer eines Verkehrsunfalls. Während sich Richard langsam wieder fängt, verkriecht sich Linda in ihrer Trauer. Sie übernimmt auf dem Land ein kleines Haus und versorgt dort einen alten Hund und ein paar Hühner. Ihre Freundinnen und zuletzt auch ihr Mann wenden sich von ihr ab, da ihre Trauer kaum aushaltbar ist. Im Dorf lernt sie Natascha mit ihrer behinderten Tochter kennen. Die beiden freunden sich an, und Natascha, der Garten und die Tiere geben ihr Halt, nicht ganz in Trauer zu versinken.

Wir können nichts festhalten, alles fließt. Ein trauriges Buch, in dem sich Trauer und Depression bis zum Ende durchzieht, zwischendurch ein paar kleine Momente des Trostes.

Die Wurzeln des Lebens Richard Powers
Was einst Einwanderer in die USA gepflanzt, gehegt und gepflegt haben,ist mittlerweile zu stattlichen
Mammutbäumen herangewachsen. Wir lernen im ersten Teil des Buches neun Protagonisten kennen, deren
Vorfahren diese Bäume aus unterschiedlichen Gründen gepflanzt haben. Ihre Wege werden sich im Verlauf
des Romans kreuzen und sich gemeinsam für die Rettung der Bäume einsetzen. Alle haben einen Bezug zu
diesen, die in ihrem Leben die ein oder andere Rolle spielten. Leider sind sie durch geldgierige Menschen
bedroht. Nun kämpfen die Nachfahren dieser Einwanderer gegen die sinnlose Rodung dieser stattlichen
Bäume. Ich habe beim Lesen richtig mitgelitten, wie diese uralten Bäume der Säge zum Opfer fallen. Leider
haben die Naturschützer oft keine Chance und scheitern gegenüber den Behörden – David gegen Goliath.

Patentöchter- Im Schatten der RAF Julia Albrecht, Corinna Ponto
30. Juli 1977: Jürgen Ponto wird von Terroristen der RAF in seinem Haus erschossen. Ermöglicht hat den
Zutritt in Pontos Haus Susanne Albrecht, deren Vater Hans-Christian Albrecht, Jugendfreund von Jürgen
Ponto war. Die beiden Familien waren miteinander befreundet. Hans-Christian war der Patenonkel von
Corinna Ponto, sowie Jürgen Ponto der Patenonkel von Julia Albrecht, der Schwester von Susanne war.
Dieses Attentat hat die beiden Familien auseinander gerissen und sie haben den Kontakt abgebrochen. Erst
30 Jahre später wagt Julia Albrecht den ersten Schritt, und nimmt Kontakt zu Corinna Ponto auf. Die beiden
tauschen sich gegenseitig darüber aus, wie in ihren Familien mit der Geschichte umgegangen wurde und
beschließen letztendlich sich zu treffen. So können sie beginnen, einen Teil ihrer Geschichte aufzuarbeiten.
Die beiden freunden sich sogar an, wobei ihre Biographien doch sehr stark durch deren Opfer bzw.
Täterperspektive geprägt sind. Gut finde ich, dass mal aus der Geschichte von Corinna und mal von Julia
erzählt wird. Ein Stück deutsche Geschichte, die lesenswert ist.

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