Ende August 1939, eine kleine Stadt an einem Fluss im damaligen Polen. Deutsche Soldaten liegen dort, es ist heiß, der Krieg hat noch nicht begonnen und steht doch schon fest.
Bobrowski erzählt, was an einem Nachmittag am Uferhang geschieht. Leutnant Anflug hat jüdische Männer aus der Synagoge geholt und lässt sie eine schwere Kabeltrommel den Abhang hinaufschleppen. Oben tritt er sie ihnen aus den Händen, damit sie von vorn beginnen. Arbeiten lernen nennt er das.
Maligé sieht zu. Im Zivilberuf ist er Tänzer. Dann geht er im Tanzschritt den Hang hinunter, hebt die Trommel auf und trägt sie hinauf, als sei es eine Vorstellung und als seien die alten Männer sein Publikum. Der Leutnant beginnt zu schreien.
Bobrowski erklärt diese Szene nicht. Warum Maligé tut, was er tut, steht nirgends im Text. Die Geschichte lässt den Moment stehen und berichtet danach in wenigen Sätzen, was aus den Männern im weiteren Kriegsverlauf wird.
Angelika Münz liest einen Teil der Erzählung.
Johannes Bobrowski, geboren 1917 in Tilsit, gestorben 1965 in Berlin, war als Soldat in Osteuropa. Diese Jahre prägen sein gesamtes Werk.



