Jahrmarkt um Mitternacht

Es ist fast Mitternacht, als die letzten Besucher den Jahrmarkt verlassen, der auf einer Lichtung mitten im Wald aufgebaut ist. Die Schlüssel des Direktors klappern, pfeifend schaltet er die Lichter aus, steigt in seinen Wagen und fährt durch die Dunkelheit davon.

Plötzlich tauchen zwischen den finsteren Bäumen leuchtende Augenpaare auf; im Nu herrscht auf der Lichtung wieder reges Treiben: Die Waschbären recken sich zum Lichtschalter; und bald tummeln sich die Waldbewohner im Licht der Millionen bunten Lämpchen auf dem menschenleeren Platz. Es gibt Stofftiere und Fische zu gewinnen, der Duft von Popcorn und French Fries liegt in der Luft. Rehe klammern sich an majestätische Karussellpferde; und aus einer Schiffsschaukel flattern lange Hasenohren.

Erst, als sich am Himmel ein heller Streifen zeigt, findet diese magische Nacht langsam ein Ende. Die Tiere kehren letzte Bonbon- und Chipsreste vom Platz und schleichen sich mit den gewonnenen Schätzen zurück ins Geäst, kurz bevor der Jahrmarktsdirektor seinen morgendlichen Rundgang antritt.

Während sich die Waldbewohner in ihre Schlafplätze kuscheln und über ihnen die Dämmerung anbricht, zeugen nur die Nüsse, Steine und Brombeerzweige in den Kassen der Verkaufsbuden stumm von einer bunt gefeierten Nacht…

„Jahrmarkt um Mitternacht“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch, das ganz ohne Worte auskommt und dennoch mit so viel Kraft erzählt, dass man die Zuckerwatte schmecken kann!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top